



Ein Unternehmen ist immer auch ein soziales Konstrukt. Mal geht es eher formell und distanziert zu, alle machen ihren Job. Und oft geht es sehr freundschaftlich zu, man geht auch mal gemeinsam nach der Arbeit etwas trinken.



Je größer ein Unternehmen wird, umso mehr spüren wir, dass wir immer ein Abbild unserer Gesellschaft sind.
Da sind Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Familiengeschichten und Erfahrungen. Das macht ein Unternehmen stark – Diversität wird oft als wichtiger Resilienz-Faktor und Innovationstreiber beschrieben. Aber wir bekommen auch die Bandbreite gesellschaftlicher Spannungen ab. Politische Meinungen und Ansichten treffen aufeinander; ethische und religiöse Weltanschauungen, aber auch Ängste, Befürchtungen und Gefühle von Wut und Ablehnungen. Alles das tragen wir als Menschen mit uns herum und bringen diese „Päckchen“ mit in unsere Organisationen.
Das hat Relevanz für unser Resilienz-Management: es ist einerseits wichtig, dass wir eine gewisse Stresstoleranz entwickeln und uns als Team nicht von jedem Thema aus der Ruhe bringen lassen. Aber es ist auch wichtig, belastende Ängste und Sorgen nicht einfach weg zu wischen und zu ignorieren. Zu leicht können sich extreme und radikale Ideen entwickeln, was dann zu bösen Überraschungen führen kann. Wie oft haben wir bereits erlebt, dass Anschläge und Sabotageakte von Insidern verübt oder begünstig worden sind – ob aus Überzeugung, oder aus einer gewissen Not heraus. Wir können und wollen uns nicht in das Privatleben der Menschen einmischen; aber wir müssen ein gutes Gespür entwickeln, wo jemand Hilfe braucht oder wo sich gerade ein problematisches Weltbild entwickelt.


Screening-Mechanismen sind dabei nur eine Momentaufnahme im Einstellungsprozess oder wenn neue Aufgaben zugewiesen werden sollen.
Das Leben einer Person und damit die eigene Weltanschauung aber entwickelt sich kontinuierlich weiter. Externe Faktoren, die Angst und Wut schüren können gibt es mehr als genug und eigene Lebensumstände können sich radikal durch Schicksalsschläge verändern. Was, wenn sich daraus radikale Ideen entwickeln?
In einem Organisational Resilience Management System (ORMS) ist ein Kernthema, Psychological Safety zu stärken. Damit wollen wir Menschen ein offenes Ohr und eine Möglichkeit für Hilfe bieten, wenn sich Änderungen im Leben ergeben. Wir können die Gedanken keiner Person lesen – zum Glück. Aber wir können versuchen, unseren gesellschaftlichen Auftrag als Organisationen ernst zu nehmen und füreinander im Team da zu sein. Ein offenes Ohr haben und auch unliebsame Gespräche führen und aushalten können. Vielleicht schaffen wir es gemeinsam dadurch besser durch für uns alle herausfordernde Zeiten zu gehen, und wir halten als Team besser zusammen. Für unser #surviveANDprosper.



